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Die Ortschaft Hünsborn







Hünsborn wird nach heutigem Erkenntnisstand um 1330 erstmals erwähnt. Damals wurde Adolf von  Holdinghausen, einer der Burgmänner auf der Waldenburg bei Attendorn, mit dem Haupthof Hünsborn belehnt.

Damit verbunden war auch die Gerichtsbarkeit in  Angelegenheiten des Hofes wie Vergabe der Nebenhöfe, zu leistende Abgaben, Grenzstreitigkeiten, Beleihen des Bodens oder Pfändungen. Besitzer der Waldenburg und Lehnsherr Über Hünsborn war der Erzbischof von Köln (nach  Liese in: Heimatblätter Olpe 11 / 1938, S. 109).

Dieser Haupthof  mit den abhängigen Bauernstellen gehörte später der Wendener  Kirchengemeinde. Als in Wenden um 1750 die Kirche gebaut wurde, verkaufte  man den Hünsborner Hof für 1200 Reichstaler an den damaligen Pächter Anton  Koch und seine Ehefrau Maria, geb. Schumacher (nach Wiemers, Heimatbuch des Amtes Wenden).

Die Hünsborner Bürger gehörten damals zur  Wendener Pfarrgemeinde. Sie beteiligten sich am Leben der Gemeinschaft,  beteten in der Kirche, wurden dort getraut, ließen dort ihre Kinder taufen  und ihren Leib in der Nähe des Gotteshauses begraben.
 

 

Seit wann in Hünsborn eine Kapelle besteht, ist noch nicht völlig geklärt. Das Olper Taufbuch aus jener Zeit enthält einen Vermerk, daß der Kölner Weihbischof und  Generalvikar Johann Anathan am 4. Juni 1669 in Hünsborn einen Altar,  eine Glocke und einen Friedhof geweiht habe (nach Fork, Geschichte  der Stadt Olpe). Diese Urkunde schließt nicht aus, daß es schon vorher in Hünsborn einen Gebetsraum gab.

 

Damals wurde auch schon Schulunterricht gehalten. In einem Schreiben des kirchlichen Kommissars Johannes Schommartz in Meschede wurden 1668 die Hünsborner ermahnt, ihre Kinder nach Wenden zum Vikar in den Unterricht zu schicken (nach Quiter, Visitation und kirchliches  Leben).

 

Im Jahre 1725  wurde in Hünsborn in der Nähe der Kirche (später Knotts Haus) eine  Schule mit Lehrerwohnung gebaut.

Um 1878 bezog man ein zweiklassiges Gebäude an der Hauptstraße (heute Pfarrheim). Schulhof war damals der Platz bei Wilmes.

946 konnte man das vierklassige  Schulhaus an der Kardinal Jaeger Straße einweihen (heute 2. Kindergarten). Es war im Krieg nicht mehr fertig geworden und zum  Schluß durch Granaten getroffen worden.
 

 

Das  jetzige Gebäude der Grundschule stammt aus dem Jahre 1969. Bis zur  Neuordnung der Besitzverhältnisse in den napoleonischen Kriegen kurz nach 1800 gehörte das Sauerland zum Kurfürstentum Köln. Diese Verbindung ist  hier jetzt noch lebendig und hat zu den drei Kronen im Signet, dem  inoffiziellen Wappen, Hünsborns geführt. Der Gestalter dieses Bildes, Herr  Berthold Schneider aus der Burgstraße, hat sich von einer Geschichte  leiten lassen, mit der vor allem die Siegerländer die Hünsborner necken wollen. Die Bewohner ficht das nicht an, sie sehen darin eine Bestätigung der Jahrhunderte währenden guten Bindung an Köln, bis auf dem Wiener Kongreß 1816 das Sauerland zu Preußen kam.

Es wird  erzählt:
Einmal hielten sich drei Hünsborner Männer in Köln auf.  Weil nun gerade das Gedächtnis der Drei Könige (6. 1.) gefeiert wurde, gingen sie zum Gottesdienst in den Dom. Dort wird auch heute  noch ein kunstvoll gestalteter Schrein mit den Gebeinen der drei  Könige gezeigt. Damals hatten sich die Hünsborner etwas verspätet.  Sie kamen zur Tür herein, als der Pastor gerade mit der Predigt  begonnen hatte. An diesem Festtag erzählte er den Leuten von den weisen Sterndeutern an der Krippe in Betlehem und wollte erklären, daß sie aus verschiedenen Ländern angereist waren. Darum fragte er:  "Wo kamen die drei Männer her?" Die Hünsborner an der Eingangstür  fühlten sich angesprochen, sie duckten sich etwas, sagten aber nichts. Als der Prediger erneut fragte: "Wo kamen die drei Männer her?" faßte einer der Hünsborner sich ein Herz und antwortete laut:  "Mie kummen van Hünschpen un hangeln met Ljappeln!"

 

Einen Bezug zu Köln stellt auch der Pfarrpatron her: Der heilige Kunibert. Dieser war Bischof von Köln und Reichskanzler im 7. Jahrhundert. Die ihm geweihte  Kirche hier im Ort ist der Stolz der Christen und erscheint deshalb  wohl auch im Signet des Dorfes. Hünsborn hat seit 1907 einen eigenen  Seelsorger; 1949 wurde die Gemeinde zur Pfarrei erhoben. Mit  steigender Bewohnerzahl wurde die Kirche zwischen 1920 und 1955 in  mehreren Bauabschnitten erweitert. Der Turm ist das Wahrzeichen des  Ortes in der weiteren Umgebung und in Flugkarten als Orientierungspunkt eingezeichnet worden.

 

Im dreißigjährigen Krieg zählte Hünsborn sieben Höfe. Nach einem Steuerregister lebten vor dreihundert Jahren (1690) in Hünsborn fünfunddreißig Menschen. Um 1900 wohnten hier etwa 6oo Personen, jetzt, am 31. 8. 1999, liegt die Einwohnerzahl bei 3174.
 

 

1987 errang Hünsborn im Landes - Wettbewerb: "Unser Dorf soll schöner werden" die Goldmedaille; bei erneuter Teilnahme zehn Jahre später auf Anhieb eine silberne Plakette. Die weite Hünsborner Flur wird Überwiegend von zwei Landwirten bearbeitet. In der Mehrzahl finden die Hünsborner Arbeit und Brot im benachbarten Siegerland. Seit dem Bau der Sauerlandlinie 1972 siedelten sich um den Ort herum mehrere Firmen an, die etwa 1500 Menschen beschäftigen.

Das gesellschaftliche Leben ist  bestimmt durch die religiösen Angebote der Kirchengemeinde unter dem  rührigen Pfarrer Peter Scheiwe und durch die Bildungsarbeit in ihren  Verbänden. Viele Bürger sind zudem Mitglied in mehreren der über zwanzig  Kultur und Geselligkeit fördernden Vereinen. Sie haben in seltener  Einmütigkeit 1997 die geräumige Sport - und Kulturhalle am Ostrande des  Dorfes mit enormen Eigenleistungen errichtet. Zur Zeit leben über 3000  Menschen in Hünsborn.
 

Diese Chronik wurde von Albert Stahl erstellt.

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  ©  Christoph Schürholz 2003