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Das
Grundsatzprogramm
der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung
Beschluß
des 9. Bundesverbandstages der KAB vom 18. bis
20. Oktober 1996
in Bad Honnef
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Die
KAB in Deutschland entstand 1849 aus dem ersten
katholischen Arbeiterunterstützungsverein St. Josef in
Regensburg.
Mit
der Enzyklika "Rerum novarum" von Papst Leo
XIII. begann die inzwischen 100jährige Geschichte der
modernen päpstlichen Sozialverkündigung. Sie hat die
KAB geprägt, sie wurde aber auch durch die KAB beeinflußt.
Schon
im 19. Jahrhundet war die KAB ein Teil der Freiheits-
und Demokratiebewegung. Die KAB steht in dieser
Tradition auch heute noch auf der Seite der Schwachen
und Ausgegrenzten. Die KAB entwickelt aus dem Glauben
heraus mit Hilfe der kirchlichen Soziallehre und im
Geist des Evangeliums eigene Initiativen für eine
bessere, gerechtere, solidarische und soziale Zukunft
aller.
Politische
Arbeit - das zeigt die Kampagne des Bundesverbandes der
KAB "Geringfügige Beschäftigungsverhältnisse
sozialversichern", das hat zuletzt auch die
bundesweite Aktion der KAB für einen gerechten
Familienlastenausgleich gezeigt - ist kein Spaziergang.
Sie ist ein hartes Geschäft in öffentlicher
Auseinandersetzung. Da ist nicht Neutralität gefragt,
sondern Solidarität und Bekenntnis.
Wir
leben in einer gespaltenen Welt mit reichen und sehr
armen Ländern, hoch entwickelten und ausgebeuteten
Völkern. Nächstenliebe und Solidarität darf deshalb
nicht an Landesgrenzen halt machen, sondern muß
weltweit eingeübt werden. Die KAB leistet dies in
hunderten von Partnerschaften mit konkreten
Hilfsprojekten und Einzelmaßnahmen in Afrika, Asien und
Südamerika.
Es
gibt in der gespaltenen Gesellschaft neue und aktuelle
Herausforderungen für die KAB:
- die
Überwindung der strukturellen Arbeitslosigkeit;
- die
Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen;
- die
Verwirklichung der sozialen und politischen
Menschenrechte weltweit;
- die
Bewältigung der großen, weltweiten
Migrationsbewegungen;
- die
soziale Gestaltung der europäischen Einigung;
- die
Verwirklichung der Emanzipation von Frauen und
Männern;
- ein
neuer Generationenvertrag, der längerer
Ausbildungsdauer, schrumpfender Zeit der
Erwerbsarbeit und höherer Lebenserwartung und einer
neuen Solidarität aller Generationen Rechnung
trägt;
- die
Herstellung gleicher Lebenschancen und
gleichwertiger Lebensverhältnisse in ganz
Deutschland;
- die
Gestaltung einer Tätigkeitsgesellschaft, in der
neben Arbeit auch Freizeit, Muße und andere
Kulturbereiche in ein neues Verhältnis zueinander
gebracht werden.
Die
KAB erkennt diese Zeichen der Zeit und stellt sich den
Herausforderungen mit dem Ziel, die Ordnung der
Wirtschaft mehr und mehr der Ordnung der Personen
dienstbar (Gaudium et spes) zu machen.
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