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Der Kreuzweg
zur Dörnschlade im April 2004
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Der Blick vom Beginn des Kreuzweges in
Richtung Hünsborn |
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Anno 1883: Erstellung dieses Kreuzweges.
Stein am Beginn postiert |
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Blick zum Kreuzweg in Richtung Dörnschlade,
dem Ziel dieser Bilddokumentation |
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Hünsborn im April 2004 |
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1. Station: Jesus wird zum Tode verurteilt
Wir stellen uns vor, wie Jesus vor Pilatus
steht, vorher vor dem Hohenpriester, der
Gerechte schlechthin, der Reinste der Reinen,
der Selbstloseste der Selbstlosen. Er läßt
Sich verurteilen. Er läßt sich auch
verurteilen von Seinem himmlischen Vater. Da
wird erzählt, wie eine Gruppe von Menschen 1945
nach dem Zusammenbruch des Nazi-Regimes
zusammenstand und jeder beteuerte: "Ja, ich
bin unschuldig. Ja, wir haben uns ja nichts
zuschulden kommen lassen. Wir haben ein reines
Gewissen." Und wie da Jesus plötzlich in
ihrer Mitte erschien und sprach: "Ihr habt
recht. Ich bin schuld an allem." Können
wir noch von "gutem Gewissen" reden,
von Unschuld, wo Er alle Schuld auf Sich nimmt?
—
"Jesus, Dir leb ich. Jesus, Dir sterb
ich. Jesus, Dein bin ich im Leben und im Tode.
AMEN."
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2. Jesus nimmt das schwere Kreuz auf Seine
Schultern
Es wird ihm hingehalten, brutal. Schwer,
riesige Balken, scharf gekantet lastet es auf
Seinem geschwächten, zerfleischten,
gepeitschten Körper, der eine einzige Wunde
ist. Dabei die Dornenkrone auf Seinem Kopf.
Keine heile Stelle. Die Wunde der Menschheit ist
Er! Gott wird zur Wunde aller Menschen, zur
Wunde aller Seelen. Er ist für uns zur Sünde
geworden. —
"Jesus, Dir leb ich. Jesus, Dir sterb
ich. Jesus, Dein bin ich im Leben und im Tode.
AMEN."
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Ein kurzer Blick zurück |
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3. Jesus fällt zum erstenmal unter dem
Kreuz
Jesus, Gott also, der allmächtige Gott, der
Schöpfer des Himmels und der Erde, als Mensch fällt.
Er fällt, weil wir fallen. Er fällt, weil Du
und ich viel zu gleichgültig, viel zu
selbstgerecht, viel zu selbstgefällig sind. Wir
lieben so gut wie gar nicht. Wir lieben unser
eigenes Wohlergehen vor allem. Wir lieben weder
uns selbst noch den anderen, weil wir Jesus
nicht lieben. Und wir können uns selbst und den
anderen nicht lieben, weil wir Ihn zuwenig
lieben und umgekehrt. Er fällt, und Du und ich,
wir behaupten dauernd unser Recht und unsere
Unschuld – wir Armseligen! —
"Jesus, Dir leb ich. Jesus, Dir sterb
ich. Jesus, Dein bin ich im Leben und im Tode.
AMEN."
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4. Jesus begegnet Seiner betrübten Mutter
Er ist auf der Via Dolorosa, dem Leidenswege.
Grölende, dumme, primitive, ordinäre Menschen
umgeben Ihn. Sie alle fühlen sich, als wären
sie etwas, fühlen sich Ihm überlegen, rümpfen
die Nase. Er ist der letzte, "kein
Mensch", wie Er Selbst sagt, "ein
Wurm", nicht mehr als Mensch geachtet,
zerschunden, zertreten. Und so muß Er sehen, daß
Ihn Seine Mutter so sieht. Das verdoppelt, das
vervielfacht Sein Leiden unsagbar. Seine Mutter
blickt Ihn an. Er blickt die Mutter an. Kein
Wort. Es ist unaussprechlich. —
"Jesus, Dir leb ich. Jesus, Dir sterb
ich. Jesus, Dein bin ich im Leben und im Tode.
AMEN."
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5. Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz
tragen
Hilft er wirklich? Kann er helfen? Der
Gottmensch kann nicht mehr. Er hätte es auch
nicht mehr tragen können in diesem Augenblick,
wenn Simon von Cyrene nicht gekommen wäre. Die
volle Ohnmacht, Gottes Ohnmacht. Von der
Ohnmacht geht seitdem die größte Macht aus.
Warum vertrauen wir so wenig der Schwachheit
Gottes, der Torheit Gottes, die unendlich stärker
und weiser ist als menschliche Kraft und
Weisheit. —
"Jesus, Dir leb ich. Jesus, Dir sterb
ich. Jesus, Dein bin ich im Leben und im Tode.
AMEN."
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Der Blick noch vorne |
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6. Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
Wir stellen uns vor, die Menge, dicht gedrängt,
die übelriechende Straße. Gelichter aus der
Unterwelt drängt sich hervor, auch irgendeine
dabei, Veronika genannt. Sicher nicht
hochgeehrt, sicher nicht von der Seite derer,
die sich bürgerliche Tugenden zurechnen dürfen.
Aber in ihr kommt ganz einfach auf, ganz
spontan, ganz selbstverständlich Mitleiden, ein
wenig Trostgeben-Wollen, eine kleine Geste. Sie
legt Ihm das Schweißtuch auf. Und Er antwortet
mit dem Antlitz Seiner Liebe. Wahres Mitleiden,
nicht im großen Gefühl, nicht in Sentimentalität,
sondern ganz im Ernst, ganz selbstverständliches
Miterleben mit dem anderen ruft das Antlitz, das
liebende, unendlich leuchtende, milde, festliche
Antlitz des Erlösers auf den Plan. Und dieses
Antlitz schaut Dich an, wenn es Dir ernst ist.
—
"Jesus, Dir leb ich. Jesus, Dir sterb
ich. Jesus, Dein bin ich im Leben und im Tode.
AMEN."
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7. Jesus fällt zum zweitenmal unter dem
Kreuz
Auch wir fallen immer wieder. Das Gesetz aus
der Tiefe kommt immer wieder durch, das andere
Gesetz, das Gesetz des Fleisches, die heimliche
Rachsucht, die Selbsttäuschung, das, von uns
selbst nicht bemerkt, Gemeine, Machthunger, Mißgunst,
Neid, Genußsucht. Aber die Genußsucht ist noch
die harmloseste aller Untugenden, das leichteste
der Laster. Schwerer wiegt, daß wir nicht
lieben. Immer wieder wird uns das Zeugnis
unserer Armseligkeit ausgestellt, wenn wir
redlichen Gewissens sind, von diesem redlichen
Gewissen. Jesus fällt deshalb abermals. —
"Jesus, Dir leb ich. Jesus, Dir sterb
ich. Jesus, Dein bin ich im Leben und im Tode.
AMEN."
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8. Jesus begegnet den weinenden Frauen
Auch ein anderes Mitleid siehst Du. Es ist
das nicht echte des bloßen Gefühls. Da weinen
Frauen, weil sie den Anblick nicht ertragen können,
weil sie sich aalen im eigenen Empfinden. Darum
verweist Er sie auf den Ernst, auf das
Eigentliche, auf Los und Schicksal, auf die
wahre Entscheidung. "Betet für eure Kinder
und Kindeskinder. Denn wenn das am grünen Holze
geschieht, wieviel mehr wird es am dürren Holze
geschehen." Beten wir, wir dürres Holz!
—
"Jesus, Dir leb ich. Jesus, Dir sterb
ich. Jesus, Dein bin ich im Leben und im Tode.
AMEN."
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9. Jesus fällt zum drittenmal unter dem
Kreuz
Dreimal hat Petrus Ihn verleugnet. Dreimal mußte
Petrus wiederholen, daß er Ihn liebt. Dreimal fällt
Er. Dreimal, die heilige, göttliche Zahl:
Vater, Sohn, Heiliger Geist. Drei: die Zahl des
Himmlischen wird zur Zahl des Fallens. Im Fallen
richtet sich die Menschheit auf, weil es Gottes
Fallen ist. In unserem Namen fällt Gott! Und Du
bildest Dir noch ein zu stehen! —
"Jesus, Dir leb ich. Jesus, Dir sterb
ich. Jesus, Dein bin ich im Leben und im Tode.
AMEN."
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Der Rad- und Fußweg neben dem Kreuzweg |
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10. Jesus wird Seiner Kleider beraubt
Nackt als Mensch, nackt als Wunde,
unansehnlich, entstellt, Abscheu erregend,
abschreckend, ohne Hülle, der Menschheit Elend
offenbarend, ohne Ausrede – Gott für uns! Er
enthüllt in unserem Namen die Blöße unserer
Schmach und nimmt dies auf Sich. Und Du und ich?
– Jesus, Sohn Gottes, erbarme Dich meiner! —
"Jesus, Dir leb ich. Jesus, Dir sterb
ich. Jesus, Dein bin ich im Leben und im Tode.
AMEN."
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11. Jesus wird ans Kreuz genagelt
Gott heftet Sich unentrinnbar an den Galgen.
Gott erfährt den ehrlosen Tod, die schändlichste
Form der Todesstrafe – Gott ans Kreuz
genagelt, befestigt! Unwiderruflich hat Sich
Gott mit unserer Not und mit unserer Schande
vereint, damit wir leben durch Ihn, Ehre finden
in Ihm, Seine Ehre, Seinen Namen, Sein Leben.
—
"Jesus, Dir leb ich. Jesus, Dir sterb
ich. Jesus, Dein bin ich im Leben und im Tode.
AMEN."
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12. Jesus stirbt am Kreuz
Gott erleidet den Tod. Gott erleidet die
Trennung von Seele und Leib. Gottes Leib –
tot. Gottes Leib im Schoß der Erde, im Schoß
Mariens und in der dunklen Nacht der Innerwelt.
Er steigt hinab in die Innerwelt, wo die Seelen
schmachten nach Erlösung, steigt in alle Höllen
herab, steigt ins Nichts. Gott erfährt das
Nichts. Gott wird gottverlassen. Trostlos.
Jahrtausende des Grauens sammeln sich in Seinem
Tod. Dagegen wiegen unsere Kreuze, unser
Sterben, mag es noch so furchtbar sein, leicht,
sehr leicht. —
"Jesus, Dir leb ich. Jesus, Dir sterb
ich. Jesus, Dein bin ich im Leben und im Tode.
AMEN."
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13. Jesus wird vom Kreuze abgenommen
Jetzt ist das Kreuz geheiligt. Das Kreuz trug
Gott. Gott trug das Kreuz. Aller Welt Weh und
Leid und Ach, Schrecken und Grauen ist göttlich
geworden. Das Sterben ist göttlich geworden.
Jedwede Krankheit, Schmach, Erleiden von
Ungerechtigkeit, Vergessen-, Verstoßensein,
Verspottet-, Verkannt-, Falsch-beurteilt-Sein:
das ist alles göttlich geworden. Jesus, Gott
wird vom Kreuze abgenommen. Und Er hinterläßt
uns zum Erbe das vergöttlichte Kreuz. Und wie
wehren wir uns gegen das Kreuz! —
"Jesus, Dir leb ich. Jesus, Dir sterb
ich. Jesus, Dein bin ich im Leben und im Tode.
AMEN."
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14. Jesus wird ins Grab gelegt
Nun kommt Er in die Erde als Same der
Auferstehung – Er, ja auch Er, in die
Innererde, die wir Vorhölle nennen, in das
vielstufige Reich der Erwartung, in den Schoß
Abrahams, der Verheißung, aber auch in die
letzte Chance des reichen Prassers. Nun kommt Er
und winkt Ihnen mit Seinem siegreichen Geiste.
Er, der Mensch, der Gottmensch, holt sie heim
und schickt Sich an, zurückzukehren in Seinen
Leib, der eine einzige Wunde ist, und ihn zum
leuchtenden Signal unserer ewigen Macht und
Wonne zu erheben. AMEN. —
"Jesus, Dir leb ich. Jesus, Dir sterb
ich. Jesus, Dein bin ich im Leben und im Tode.
AMEN."
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Am Ende des Kreuzweges angelangt |
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...in Richtung Hünsborn schauend |
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Vor uns.... Der Wallfahrtsort Dörnschlade |
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Die Kappelle vor uns |
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2002 wurde die Kapelle Restauriert |
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Neu Erbaut: Gedenkplatz am Kreuz |
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Hier findet man Ruhe und Andacht |
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Das Schwesternhaus auf der Dörnschlade |
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Der Rückweg ins Dorf Hünsborn... |
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... geht wieder an den Stationen des
Kreuzweges vorbei |
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Hünsborn am frühen Abend |
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Kreuzwegandacht 1980 - kreiert von H.H.P. Hans Milch

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